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Gesucht, Gefunden. Software zum Stitchen von Karten

Alte Karten sind eine sehr hilfreiche Quelle für OpenStreetMap um Namen von Waldgebieten, Bergen, Gewässern und andere Details zu finden. Auch für die Wikipedia sind sie eine brauchbare Quelle. Leider ist das Einscannen nicht ganz einfach, da handelsübliche Scanner nur Dokumente bis DIN A4 unterstützen und größere Scanner sehr teuer sind.

Seit einiger Zeit habe ich nach einer brauchbaren Software zum Stitchen von Karten gesucht. Also einem Programm zum Zusammenfügen von Kartenausschnitten, welche aufgrund viel zu kleiner Scanner nachträglich wieder zusammengeführt werden müssen.

Beispiel zum Scannen einer Großformatigen Karte

Beispiel zum Scannen einer Großformatigen Karte

Die ersten Versuche habe ich mit Hugin unternommen. Ein Tutorial führt durch den gesamten Prozess. Dieser ist etwas aufwendig und schlägt häufig ohne erkennbaren Grund fehl, die Ergebnisse sind aber – wenn es klappt – sehr gut. Bei besonders großen Bildern versagt Hugin allerdings. Hugin ist OpenSource (GPLv2).

Testergebnis mit Hugin

Test mit Hugin

PTGui hat besonders schlechte Ergebnisse erzeugt. Die Bilder sind zwar grob in der richtigen Lage zueinander aber dennoch mit starkem Versatz. PTGui ist proprietär, eine Lizenz kostet ab 79 €.

PTGui

Test mit PTGui

Der PhotoStitcher ist sehr einfach zu bedienen, die Bilder lassen sich per Drag & Drop einfügen und die Oberfläche ist sehr übersichtlich. Die Ausrichtung der Bilder ist einwandfrei. Das Ergebnis ist allerdings fleckig und enthält Schatten, die in der Vorlage nicht vorhanden sind. Der Entwickler hat zugesagt, sich das Problem einmal anzusehen, hat sich aber nicht wieder gemeldet. PhotoStitcher ist proprietär, eine Lizenz kostet 19,99 €.

PhotoStitcher

Test mit PhotoStitcher

Als letztes habe ich mir Autopano Pro angesehen. Obwohl die GUI Unmengen an Einstellmöglichkeiten bietet, lassen sich die Bilder per Drag & Drop einfügen und in wenigen Schritten zusammenfügen. Wo die anderen Programme mit dem Finden von Überlappungspunkten Probleme hatten, oder erst gar keine finden konnten, hat Autopano sehr gute Ergebnisse produziert. Autopano Pro ist proprietär, eine Lizenz kostet 99 €.

Eine weitere Möglichkeit zum Stitchen bietet Map Warper. Allerdings ist der Fokus hier ein etwas anderer. Die Bilder werden an einer Karte ausgerichtet und die einzelnen Segmente anschließend zusammengefügt. Der Prozess scheint mir etwas ungeeignet um optisch ansprechende Ergebnisse zu erhalten, allerdings habe ich es nicht getestet. Es ist dafür aber sehr gut zur nachträglichen Georeferenzierung der Karten geeignet. Dabei werden diese an einer Karte ausgerichtet und dann als Tiles zur Verwendung in Webanwendungen, oder als georeferenziertes Bild, bereitgestellt.

Die Ergebnisse kann man sich bei Map Warper und Wiki Commons ansehen:

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Historische Karte der Gräben und Wasserläufe in Sankt Andreasberg

Diese schöne historische Karte habe ich vor einiger Zeit zur Verfügung gestellt bekommen – vielen Dank an dieser Stelle. Leider ist sie an manchen stellen etwas unscharf da ich beim einscannen ein paar Fehler gemacht habe – ich hoffe ich bekomme demnächst noch einmal die Gelegenheit sie ordentlich einzuscannen.

In jedem Fall hat mir diese Karte auch sehr geholfen, einige Details bei OpenStreetMap zu ergänzen und eine Reihe von Fehlern auszumerzen.

[osm_map lat=”51.715″ long=”10.526″ zoom=”14″ width=”600″ height=”450″ control=”mouseposition,scaleline” map_border=”thin solid grey” theme=”dark” type=”Mapnik” extmap_type=”OSM” extmap_name=”Gräben und Gruben in Sankt Andreasberg” extmap_address=”http://mapwarper.net/maps/tile/2417/${z}/${x}/${y}.png” extmap_init=”numZoomLevels: 17, transitionEffect: ‘resize’, tileOptions: {crossOriginKeyword: null}, sphericalMercator: true” type=”ext” ov_map=”0″]

Über weitere Kartenspenden und -leihgaben würde ich mich natürlich auch sehr freuen.

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